Ich über mich

Liebe Deutsch-Lernende,

wie lange lernen Sie schon Deutsch? Einen Monat oder ein Jahr? Schon länger? Wie geht es Ihnen hier in Deutschland, in Ihrem Sprachkurs, mit Ihren Nachbarn oder Kollegen? 

Schreiben Sie uns Ihre Geschichte und erzählen Sie uns von Ihren Eindrücken und Erlebnissen in Deutschland! Die schönsten und interessantesten Texte bekommen einen Preis.

Hier finden Sie bereits Geschichten anderer Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschkursen. Vielleicht haben Sie ähnliche oder auch ganz andere Erfahrungen gemacht.

Preise:

10 x Abenteuer Deutschland
10 x Power Wörterbuch Deutsch
10 x eine Erzählung aus der Reihe „Leo & Co.

Wir freuen uns auf Ihre Geschichte!

von Simona Jetzt lesen
Vor ca . vier Jahren habe ich meinen Schulabschluss in Rumänien mit Erfolg gemacht. Ich war sehr glücklich und ich habe mir gedacht: "Na, jetzt kann ich vielleicht meinen Bruder in Deutschland besuchen!" Ich brauchte ein bisschen Entspannung ... das ganze Jahr habe ich mich für das Abitur vorbereitet.

Also habe ich von meiner Mutter ein Busticket für Deutschland bekommen. Dann habe ich mich entschieden, dass ich meinen Bruder mindestens für drei Wochen besuchen werde.Ja, und hier fängt die ganze Geschichte an.

Ich war schon in Deutschland, die Freude war da, aber nach nur zwei Wochen habe ich schon meine Heimat sehr vermisst und bin zurück nach Rumänien gefahren. In dieser kurzen Zeit habe ich nicht so viel von Deutschland gesehen und natürlich bin ich auch nicht begeistert gewesen. Über die Sprache ... was kann ich sagen, ich habe mir gedacht, dass meine Zunge kaputt geht, wenn ich etwas auf Deutsch sagen wollte.

Ach ... ich habe vergessen zu erzählen, dass ich in dieser kurzen Zeit einen sehr sympathischen Mann kennen gelernt habe. Von Deutschland wollte ich eigentlich nichts mehr wissen, aber der Mann hat mein Herz bei sich behalten. Und so habe ich mich entschieden, Deutschland noch eine Chance zu geben. Dann bin ich im April 2007 nach Deutschland gekommen und aus Liebe zu meinem Freund - meinem aktuellen Ehemann - habe ich auf jede Weise versucht, mich zu integrieren. Und komischerweise habe ich mich sehr schnell integriert und ich kann auch sagen, dass ich die Sprache gut und schnell gelernt habe. O.K. ich kann nicht perfekt Deutsch sprechen, aber ich habe immer noch viel Zeit, weiter zu lernen. Ich finde, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe, als ich mich für Deutschland entschieden habe. Diskriminierung habe ich noch nicht erlebt und hoffe, dass das nicht passieren wird.

Inzwischen habe ich eine elf Monate alte Tochter und bin sehr stolz und glücklich deswegen. Ich habe hier in Deutschland eine Familie gegründet und ich kann sagen, dass Deutschland meine neue Heimat ist.

Also, ich werde für immer in Deutschland bleiben...

von Riselda Jetzt lesen
Es ist eine sehr lange Geschichte, ich werde sie aber in kurz erzählen!!!!
Ich bin Brasilianerin, und als ich meinen Mann kennen gelernt habe, konnte ich kein Wort Deutsch. Ich wollte schnell seine Sprache lernen, wir haben nur mit meinem gebrochenen Englisch damals kommuniziert, das war nicht genug, aber die Sprache des Herzens ist immer zu verstehen!!!!Ich habe mir dann in Brasilien meine erstes Langenscheidt Taschenwörterbuch gekauft, ich konnte zwar nicht richtig sprechen, aber ich habe mir richtig Mühe gegeben!!!
Als ich zum ersten Mal zu Besuch in Deutschland war kaufte ich mir ein größeres Wörterbuch und habe immer versucht, mich mit den Deutschen zu unterhalten. Keiner konnte mich zwar richtig verstehen, aber ich habe sehr viel gute Erfahrung gemacht und liebe nette Menschen kennengelernt!!! Ich könnte ein Buch darüber schreiben!
Die Sprache habe ich quasi selbst erlernt - mit Hilfe des Langenscheidt Wörterbuchs und mit Grammatikbüchern. Nach zwei Monaten Urlaub in Deutschland konnte ich schon einiges, mein Deutsch ist immer noch nicht perfekt, aber ich versuche immer daran zu arbeiten. Ich lese Bücher und höre deutsche Musik!!!!
Allen Ausländern kann ich nur empfehlen: wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! Wenn man sich entschieden hat, im Ausland zu leben, muss man die Landessprache auch lernen, auf die Mitmenschen zugehen und versuchen auch die Kultur und Mentalität zu verstehen!!!!! Ich möchte hier bleiben und viele neue Freundschaften schließen und behalten! Wenn ich nicht sprechen könnte, wäre es unmöglich, mich mit anderen Menschen zu verständigen. Kommunikation ist alles!!!!
von Sylvia Jetzt lesen

Ich und Deutschland? Nie in Leben!

Ja, so habe ich mein ganzes Leben, bis ich hier her gekommen bin, gedacht.

Im Alter von 16 Jahre schloss ich mein erstes Diplom in einer fremden Sprache, selbstverständlich auf Englisch, ab. Ich überlegte eine dritte Sprache zu lernen… Die Frage war: Deutsch oder Französisch?

Ich ging zu Probestunden von beiden, danach war mir klar, dass ich „nie in Leben“ etwas mit Deutschland zu tun haben werde.

In meinen Ohren war die Deutsche Sprache die unromantischste die es gibt. Und erst die Grammatik? Unmöglich…
Für mich war diese Sprache etwas für Ingenieure, Physiker, Chemiker und Mathematiker. Die Deutsche Sprache klang wie ein Marsch und dies war für eine Samba Tänzerin wie ich unmöglich zu ertragen.

Alors, lernte ich Französisch.

Ich war in Genf als ich meinen dänischen Mann kennenlernte. Ich zog nach Dänemark um und dort lernte ich eine Sprache, die für mich viel schlimmer als Deutsch klang, aber was soll’s…

Durch die Arbeit meines Mannes landeten wir schließlich hier und so kam es dazu, dass ich jetzt selber der Meinung bin, dass ich „noch nie in meinem ganzen Leben so glücklich war, wie hier in Deutschland, bzw. München “. Für mich war diese Feststellung anfangs kaum zu glauben!

Als ich meiner Mutter erzählte, dass wir nach Deutschland umzogen waren, reagierte sie verängstigt, da selbst sie damals von diesem verrückten Attentat gegen Asylanten in Rostock wusste und ,da ,wie immer, nur die schlechten Nachrichten um die Welt gehen, war ihre Reaktion berechtigt. Meine Familie war überhaupt nicht zufrieden, denn leider ist das Image von Deutschland immer noch von dessen Vergangenheit imprägniert, da die Menschen immer noch die zwei Kriege im Gedächtnis haben, die hier angefangen haben.

Ich war auch sehr skeptisch, aber da mein Mann ein Projekt hier in München durchzuführen hatte, musste er mindestens fünf Jahre hier arbeiten. Fünf Jahren in Deutschland…mhh… so nutzten wir die Zeit um eine Familie zu gründen. Wir kamen im März und im August war ich Schwanger.

Und ich glaube, dass meine Sympathie und meine heutige Einstellung München gegenüber, sehr, sehr viel mit der Geburt meiner Tochter zu tun haben.

Ich war Mama und Hausfrau, und zu meiner eigenen Überraschung, war ich nicht die einzige…

In Dänemark kannte ich keine Mütter, die für ihre eigenen Kinder zu Hause blieben. Sie sind zu beschäftigt mit ihren Karrieren und/oder ihren Job . Ihr Lebensmotto ist: Zuerst Geld verdienen, um ihre Unabhängigkeit zu bewahren, danach ihre privaten Interessen und zu „guter letzt“ die Familie.

Hier war ich eine von vielen hoch ausgebildeten Frauen, die der Familien Vorrang gaben. Als ich das einer dänischen Freundin erzählte, sagte sie „Die Bayern sind doch Konservativ!“
Ich war nie Konservativ… Ich glaube, dass die Kinder, trotz der Emanzipation der Frauen, meiner Meinung nach, „Kuschel- kuschel“ bekommen sollten wenn es notwendig ist. Kinder brauchen die Liebe und Zuneigung von Mama oder Papa oder meinetwegen der Groß;eltern wenn sie, z.B. krank sind, anstatt das Kind in den Kindergarten zu schicken und es dort allein mit seiner Erkrankung zu lassen. Aber das ist wieder eine Geschichte.

Am Anfang war ich sehr vorsichtig mit den Deutschen und hatte immer Freunde, die Englisch, Französisch oder Spanisch sprechen konnten. Ich wollte die deutsche Sprache nicht behrschen, aus Angst meine Umgebung besser zu verstehen und so enttäuscht zu werden.

Erst als meine Tochter in Kindergarten kam war ich gezwungen mich zu integrieren. Langsam, aber wirklich sehr langsam, wurde ich ein Mitglied der Gesellschaft.

Obwohl die meisten Deutschen mir, aus Höflichkeit, die Sprachfehler nie korrigierten, haben mir alle trotzdem sehr geduldig zugehört. Bis jetzt habe ich noch nie schlechte Erfahrungen mit irgendjemand gemacht.
Alle Eltern, Erzieherinnen und Lehrerinnen sind sehr nett zu mir und meiner Tochter. Und es ist die Art von „nett“, die von Herzen kommen und nicht aus Höflichkeit, weil ich ein Gast in ihrem Land war.

Nie habe ich das Gefühl von Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit gehabt, wie ich sie übrigens in der USA gespürt hatte.

So glücklich wie ich war mit meiner neuen Rolle als Mama und Hausfrau, schlug ich meinem Mann vor hier eine Firma zu finden, in der er länger als fünf Jahre arbeiten konnte. Und deshalb wohnen wir jetzt immer noch in München.

Heute, nach dreizehn Jahren als Hausfrau und keiner Arbeitserfahrung in Deutschland, habe ich einen Job. Ich kenne kein anderes Land wo das möglich wäre, besonders wenn es sich um einen Ausländer handelt. Selbst in Dänemark, habe ich einmal von einen Arbeitsamtsbeamten zu hören bekommen: „ Arbeit als erstes für Dänen!“.

Durch meinen Job habe ich täglich Kontakt mit der Bevölkerung und lerne die Stadt sehr gut zu kennen. Obwohl ich die Sprach noch nicht 100% beherrsche, lache ich oft über die kleinen Alltags Witzen, die immer zu hören sind.

Ein Mal in Brasilien hörte ich von einer polnischen Jüdin, die von dem Warschau Ghetto geflohen war, dass sie eine überzeugtere Brasilianerin war als ich und dass sie ihre brasilianische Staatsangehörigkeit viel mehr im Herzen hatte als ich. Ich lachte und war stolz auf mein Land und meine Bevölkerung.

Ich kann immer noch nicht sagen, dass ich das gleiche Gefühl für München empfinde, da ich ja kein Flüchtling bin, aber die Sympathie, die ich für diese Stadt und ihre Bevölkerung empfinde löst in mir den Wunsch aus hier noch viele, viele, viele Jahre zu leben… Vielleicht den Rest meines Lebens!

von Carla Jetzt lesen
Ich bin noch nicht so lange in Deutschland, erst 2 Monate. Ich fühle mich wohl, weil mein Bruder hier lebt und er mir auch hilft. Aber manchmal bin ich traurig, weil ich meine Heimat vermisse. Ich finde Deutschland sehr schön, trotzdem ist mein großes Problem die Sprache. Ich kann nicht alles sagen, was ich will. Ich fühle mich sehr schlecht, wenn ich jemanden oder etwas nicht gut verstehen kann. Nicht nur die Sprache, sondern auch die Gewohnheiten, alles ist sehr anders als in meiner Heimat. Einmal war ich mit dem Bus unterwegs, und ich wollte mich setzen. Ich sah einen Platz und setzte mich dorthin. Die Frau neben mir sah mich böse an. Und ich wusste nicht warum. Später fragte ich meinen Bruder, und er sagte, dass das ein Platz für nur eine Person war, nicht für zwei Personen (obwohl er ziemlich breit war). Dann war ich verlegen und schämte mich etwas. In Peru setzen sich die Leute im Bus zusammen auf einen kleinen Platz. Es war erst mein zweiter Tag hier, als ich das erlebte. Cuzco ist eine peruanische Stadt, die in den Anden liegt.
von Nirina Jetzt lesen
Mein Heimatland ist eine Insel, und wie jeder weiß, gibt es auf einer Insel keinen Schnee. Wenigstens ist das auf Madagaskar so. Als ich in Deutschland angekommen bin, war noch Herbst. Doch nach eineinhalb Monaten ist der Schnee gekommen. Ich bin zu Hause gesessen und habe ihn vom Fenster aus gesehen. Die Schneeflocken haben getanzt, sie waren klein und weiß und so schön wie Sternchen, die vom Himmel fallen. Und weil es so schön war, ist mir eingefallen, wie sehr ich meine Familie vermisse. Am nächsten Tag musste ich in die Stadt fahren. Und als ich von der Stadt zurückgekommen bin, habe ich über eine Stunde für den Weg von der S-Bahn zum Haus meiner Gastfamilie gebraucht, denn es hat wieder geschneit und überall war es glatt. Ich habe mich sehr unwohl gefühlt, weil auch so ein kalter Wind geweht hat. Außerdem bin ich drei- oder viermal hingefallen, bis ich nach Hause gekommen bin. Und da habe ich Schnee gehasst. Aber jetzt kann ich den weißen Schnee schon wieder schön finden und genießen. Ich falle jetzt nämlich nicht mehr zehnmal hin, wenn ich durch den Schnee spaziere, und ich brauche auch nicht mehr eine Stunde für den Heimweg.

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