Methodisch-didaktische Grundlagen: interkultureller Aspekt
Die Vermittlung landeskundlicher Inhalte unter interkultureller Perspektive bedeutet, dass die Lerninhalte sich nicht auf die Kultur der Zielsprache beschränken, sondern dass die Lernenden gleichzeitig zu einer Reflexion über das eigenkulturelle Orientierungssystem angeregt werden. Der Bezug zur eigenen Kultur soll immer wieder hergestellt werden, um den Lernenden die Unterschiede zwischen den verschiedenen Kulturen, aber auch deren Gemeinsamkeiten bewusst zu machen.

Berliner Platz ist schon vom „Personal“ her, also den fiktiven Kursteilnehmern, die sich über alle 3 Bände ziehen, sehr stark multikulturell ausgerichtet. Außer diesen Figuren werden immer wieder Personen in Lebensverhältnissen und beruflichen Situationen gezeigt, mit denen sich die Lernenden wegen der Vergleichbarkeit mit den eigenen Lebensverhältnissen identifizieren können. Es wird dabei immer wieder mit entsprechenden Fragen auf die Situation im Herkunftsland Bezug genommen. In Band 1 ist die Thematisierung kultureller Unterschiede aufgrund noch unzureichender Audrucks- und Verstehensmöglichkeiten noch nicht so deutlich ausgeprägt, fehlt aber keineswegs. Ein Beispiel ist das Thema Essen. Im Kapitel 6 werden deutsche Spezialitäten mit Städtenamen gezeigt (Hamburger, Münchner Weißwurst etc.) Die Kursteilnehmer werden gefragt, ob sie andere Beispiele kennen. Als Beispiele dafür sind vorgegeben „Paella Valenciana, Spaghetti Bolognese“. In Band 3 wird das Thema Essen in Kapitel 27 noch mal aufgegriffen. Hier geht es um unterschiedliche Essgewohnheiten in verschiedenen Ländern, aber auch um Sprichwörter zum Thema Essen in allen möglichen Sprachen.

Mit zunehmender Sprechfertigkeit in den 3 Bänden verstärkt sich also die Thematisierung interkultureller Aspekte. So gibt es ab dem 2. Band ganze Kapitel, die den interkulturellen Aspekt behandeln, z.B. (Band 2): „Bei uns und bei euch“ (Kulturelle Unterschiede im Hinblick auf unterschiedliches Zeitgefühl, unterschiedliche Benimmregeln usw.) oder in Band 3: „Begegnungen. Alte Heimat - neue Heimat“. Dabei werden in den Lesetexten oft die Erfahrungen einzelner Personen geschildert. Dies ist wichtig, um einer vorschnellen Stereotypenbildung oder unhinterfragten Generalisierungen entgegenzuwirken (hier so, bei uns so) und ganz subjektive Erfahrungen in das Unterrichtsgespräch mit einzubringen. Die Lernenden werden auf diese Weise dafür sensibilisiert, dass sowohl die Zielkultur als auch die kulturellen Normen in den Herkunftsländern äußerst komplex sein können und dass große Sensiblität in der Wahrnehmung kultureller Aspekte erforderlich ist.
Band 1
Band 1
Band 2
Band 2
Band 3
Band 3
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